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Ein Manifest gegen Rechthaberei und Beliebigkeit

Das so genannte Münchhausen-Trilemma gehört zu den einflussreichen Denkfiguren, die mit dem Erkenntnistheoretiker Hans Albert in Verbindung gebracht werden. Der ehemalige Mannheimer Hochschullehrer steht für den Kritischen Rationalismus. Am 8. Februar wird er 100. Er ist ein entschlossener Verteidiger der Aufklärung und Gegner des Dogmatismus. In Zeiten des Populismus ist sein Ansatz der kritischen Prüfung aktuell wie lange nicht. Zeichnung: Theodor Hosemann (um 1835, Ausschnitt), commons.wikimedia

Zu Hans Alberts Manifest gegen Rechthaberei und Beliebigkeit - Beitrag vom 6.2.2021

 
     

     

Wer war das?

„Er durfte straflos, unverschämt und systematisch die Unwahrheit sagen. Seine Lügen haben nicht mehr den Reflex der moralischen Entrüstung ausgelöst. Das puritanische Amerika ist nur noch eine Erinnerung. Gesiegt hat der Jesuitismus ohne Jesuiten.“
Wer war „Er“? Wahrscheinlich Trump. Die Evangelikalen ohne Moral, extremistisch, so war es doch. In der „Zeit“ dazu eine gute Analyse: „In liberalen Demokratien ist die politische Rechte häufig nur wider Willen demokratisch.“ Genau! Und weiter: „Die Tatsachen sagen uns, dass in den USA eine dramatische Konfrontation zwischen Demokratie und Populismus stattfindet.“
Geschrieben hat das Paolo Flores d’Arcais, ein Publizist in Rom, der sich dort ausdauernd und unbestechlich am Populisten Berlusconi abarbeitete. Was überrascht: Sein Text unter der Überschrift „Ist Amerika noch eine Demokratie?“ erschien am Tag der zweiten Amtseinführung von George W. Bush, am 20. Januar 2005. Das war also „Er“.

|14.2.2021 | wk |

 
     

     
Wie Genschers Urvater

Johann von Hofenfels war im Fürstentum Pfalz-Zweibrücken als Finanz- und als Außenpolitiker eine zentrale Figur. Ohne sein diplomatisches Geschick wäre möglicherweise heute noch Bayern ein Teil von Österreich. Ralf Kurz hat ein lebendiges Porträt des Ministers Hofenfels geliefert. Der Roman verbindet verbürgte historische Tatsachen mit Alltagsfiktionen, die auf ihre Weise durchschaubar machen, was sich vor 240 Jahren in der Saarpfalz und in Europa so zugetragen hat.
Bild rechts: Johann Christian von Hofenfels, in Öl gemalt von Anton Graff
(1736-1813), Stadtmuseum Zweibrücken, Schwarzweiß-Re￾pro [Ausschnitt] - commons.wikimedia

"Der Diplomat" von Ralf Kurz - Besprechung vom 22.12.2020

 
     

     
Ein vergessener saarländischer Autor

Oskar Barth aus Beckingen (1910-2012) hat in den 70-er und 80-er Jahren unter anderem drei beachtliche, wenn auch weitgehend unentdeckte Romane vorgelegt. Eines seiner Volksstücke wurde bei den Internationalen Theater￾tagen in Rosenheim hoch gelobt. Trotzdem ist der und Verleger in der regionalen Szene kaum bekannt.
Die Stadtbibliothek Merzig besitzt kein Werk des im heutigen Stadtteil Weiler als Sohn eines Bergmanns geborenen Autors. Den größten Teil seines Lebens verbrachte Barth im Haustadter Tal. Sein Haus am Wendelstein „war ein beliebter Treffpunkt junger Leute, es gab dort legendäre Partys, auch der spätere Bundesminister Altmaier war unter den Gästen“, erinnert sich eine Be￾kannte.
Foto: Passfoto von Oskar Barth im Führerschein des Kantons Zürich (1962), Repro: WolkeScript

Ein Bericht im pdf-Format [6.10.2020]

 
     

     
1870: Die so genannte Schlacht von Saarbrücken -
Ein missglücktes Lehrstück des Kaisers 


Am 2. August 1870 wurde ein Teil Saarbrückens französisch. Die Angreifer kamen aus dem heutigen Deutschmühlental, die Verteidiger - unter anderem preußische Ulanen - leisteten keinen wesentlichen Widerstand. Die eigenartige Episode war drei Tage später auch schon wieder Geschichte, aber sie hatte beiden Seiten immerhin 19 Gefallene sowie 150 Verwundete und Vermisste eingebracht. Aus heutiger Sicht scheint es so, als hätte pädagogischer Übereifer des Kaisers Napoléon III. den Ausschlag gegeben. Zeichnung: Der Lulustein auf der Saarbrücker Bellevue (aus „Die Gartenlaube“, 1871).

Ein Rückblick im pdf-Format
  [31.7.2020]
 
     

     

Im Schwarzen KZ von Dormettingen

Befreite Häftlinge übten auf der Schwäbischen Alb nach Kriegsende blutige Selbstjustiz. Im Schwarzen KZ von Dormettingen starben mindestens 17 Menschen. Der letzte Lagerchef der Nazis konnte sich der Rache seiner Opfer entziehen. Der SS-Mann war Saarländer. Er wurde zum Tod verurteilt, dann von den Franzosen begnadigt. Er starb 1973 in St. Ingbert.

Betrachtungen dazu als pdf-Dokument | Foto: Skulptur von Siegfried Haas an der Gedenkstätte Eckerwald - © WolkeScript

 

 
     

     
   

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