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Keine Lust auf Lustbarkeiten

Auch vor 70 Jahren wurden strenge Restriktionen für die Fastnacht gefordert. Hintergrund waren allerdings keine Viren, sondern die Lebensbedingungen in den Nachkriegsjahren. Von der Evangelischen Kirche im Rheinland kam ein energisches Machtwort, das im Saarland aber nicht viel Wirkung zeigte ... Unser Bild: Maskenpflicht der 50er-Jahre. Cowboys mit Colt und Rifle standen hoch im Kurs, auch bei der Kinderfastnacht im Gasthaus Schleppi in Altstadt/Saar.
Foto: WNT / Sammlung Hans Schmidt

Ein Bericht im pdf-Format  [24.8.2020]

 
     

     


Unregulierte Egos
Allurteile sind Sorgenkinder der Logik. Meistens falsch, immer anmaßend (natürlich auch dies ein Allurteil!). Unter Umständen aber auch schön. Ohne sie gäbe es wohl keine guten Aphorismen. Ein ebenso anrührender wie blasierter Merksatz ist Volker Weidermann im Spiegel 31/2020 gelungen, wo es um das Literaturarchiv Marbach und die emotionale Intelligenz von Philolog*innen geht: „Einige Leute glauben ja auch immer noch, dass Menschen, die sich beruflich mit Literatur beschäftigen, doch irgendwie empathischer, feinsinniger, besser sein müssten als andere. Eine groteske Fehleinschätzung. Natürlich ist das Gegenteil der Fall: Das dauerhafte, einsame Gespräch mit Büchern, die in der Regel nicht widersprechen, lässt unregulierte Egos ins Riesenhafte wachsen.“

Mehr Anmerkungen unter "kompakt"

 
     

     
1870: Die so genannte Schlacht von Saarbrücken -
Ein missglücktes Lehrstück des Kaisers 


Am 2. August 1870 wurde ein Teil Saarbrückens französisch. Die Angreifer kamen aus dem heutigen Deutschmühlental, die Verteidiger - unter anderem preußische Ulanen - leisteten keinen wesentlichen Widerstand. Die eigenartige Episode war drei Tage später auch schon wieder Geschichte, aber sie hatte beiden Seiten immerhin 19 Gefallene sowie 150 Verwundete und Vermisste eingebracht. Aus heutiger Sicht scheint es so, als hätte pädagogischer Übereifer des Kaisers Napoléon III. den Ausschlag gegeben. Zeichnung: Der Lulustein auf der Saarbrücker Bellevue (aus „Die Gartenlaube“, 1871).

Ein Rückblick im pdf-Format
  [31.7.2020]
 
     

     

Im Schwarzen KZ von Dormettingen

Befreite Häftlinge übten auf der Schwäbischen Alb nach Kriegsende blutige Selbstjustiz. Im Schwarzen KZ von Dormettingen starben mindestens 17 Menschen. Der letzte Lagerchef der Nazis konnte sich der Rache seiner Opfer entziehen. Der SS-Mann war Saarländer. Er wurde zum Tod verurteilt, dann von den Franzosen begnadigt. Er starb 1973 in St. Ingbert.

Betrachtungen dazu als pdf-Dokument | Foto: Skulptur von Siegfried Haas an der Gedenkstätte Eckerwald - © WolkeScript